Mittwoch, 2. Mai 2012


Ich bin auf dem Rueckweg von ihr nach Hause und eine sterile Situation bedingungslos ansprechend zu gestalten, war fuer mich nie ein Problem. Das lag wahrscheinlich an meiner interessierten Auffassung meines Umfeldes. Meine Aufmerksamkeit der gesamten Strecke ueber, schenkte ich dem Ausblick meines Fensterplatzes. Vorbei an zahllosen Licht- und Schattenspielen diverser Außenfassaden, welche heruntergekommen und lebhaft zugleich erscheinen, vorbei an endlosen weiten Wiesen und einigen Seen. Ich blickte einige Male hoch in den Himmel. Zaehlte Wolken, Voegel, die Stunden nach Hause, die Monate mit dir. Die Sonne suchte sich mit der Geschwindigkeit der Zuges den Weg zum Mond. Sobald sie den Horizont erreichte, tauchte sie die Weiten meiner Reise in ein tiefes Orange. Die Haeuser um mich herum gaben mir ein Gefuehl von Heimat, auch wenn ich diese Gegend noch nie zuvor sah. Die kurzen Sekunden durch vereinzelte Doerfer, die dreckigen Spuren der Regentropfen des letztens Unwetters, die Spuren der Bahngleise, wenn man aus dem Fenster blickt; all das sind Dinge die mir nie langweilig wurden, die ich immer wieder bestaunte, die mich immer wieder faszinierten. Und meine hoffnung besteht darin, an Alle dem hier, nie die Inspiration und Faszination zu verlieren. Das sind diese kleinen epischen Momente; mit melodischen Lieder durch die Landschaft zu rauschen, mit hoeher steigendem Blutdruck, wenn man seinen Lieblingsmenschen in der Heimat naeher kommt. Mittlerweile setzt die untergehende Sonne alles um mich herum in Flammen. Auch die blonden Haare des kleinen Maedchens, welches im Gang mit ihrem Bruder um die Wette rennt, faengt Feuer. Es ist ein staendiger Wechsel der Begegnungen, mit jedem Ausstuieg, mit jedem Einstieg, mit jedem Halt. Hallo, Tschueß, Aufwiedersehen, mach es gut, ruf an, wenn du da bist. Und haette ich alll dies nicht schon selbst erlebt, laege die Behauptung in einem schlecht inszinierten Drama zu sitzen nicht weit. Meine Gedanken schweifen ab und fangen sich wieder bei dem Erlebnis, dass mir letztens Jemand an den Kopf geworfen haette, dass ich ersten verkrampft und zweitens beschissen schreibe. Nach diesem Text hier frage ich mich wirklich, ob es tatsaechlich besser ist, mit Spontanitaet zu schreiben, ob es mich immernoch so gut verkoerpert, anstelle einige verkrampfter Woerter.

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